Mountainbiking

Ich bin ja Mountainbiker.
Genau wie ich Reiter und Motorradfahrer bin.

Was ich damit sagen will, ich weiss wie das geht. Ich habe das jahrelang exzessiv gemacht und heute habe ich einfach keine Zeit bzw. Gelegenheit. Oder noch genauer. Diese Tätigkeiten gewinnen nicht die Priorität um tatsächlich ausgeübt zu werden.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich immer noch als Mountainbiker, Mopedfahrer oder Reiter fühle / denke.

Die neueste Perfidität die die Reiter und Biker trifft ist das neue hessische Waldgesetz. Dieses Gesetz soll angeblich dem Naturschutz und dem Wohl aller Parteien dienen.
Tut es aber nicht. Einige der Paragraphen im neuen Gesetz ergeben Sinn. Haftungsauschluss und solche Sachen. Aber andere eben auch nicht. Fahrradfahrer und Reiter (sowie Rollstuhlfahrer ) sollen auf “ganzjährig mit einem nicht geländegängigen zweispurigen Fahrzeug befahrbare Wege” reduziert werden.

Was das bedeutet kann man hier http://www.youtube.com/watch?v=pe5VMsbdlpg nochmal im Detail nachhören.

Auf jeden Fall fühle ich mich irgendwie diskriminiert. Ich fahre nicht abseits der “Wege”. Und ich baue auch keine Schanzen in den Wald. Ich  finde Wald-Autobahnen doof. Und ich würde gerne meine Hobbies irgendwann wieder ausüben ohne Angst vor einer 100.000€ Strafe haben zu müssen.

Die Schanzenbauer sollte man mit Angeboten wie Bikeparks und ähnlichem aus den Pflanzungen locken und die restlichen Biker fahren sowieso fast alle auf Wegen. Kleine Wege, grosse Wege, krumme Wege, gerade Wege, harte Wege, weiche Wege u.s.w aber eben WEGE.

Aus diesem Grund gibt es auch eine Petition gegen dieses Gesetz. BITTE unbedingt Zeichnen: open-trails-hessen-mountainbiker-gegen-ein-bikeverbot-in-hessens-waeldern

Und wer mehr wissen will: einfach Facebook FAN von Open-Trails-Kein-Bikeverbot-in-Hessen werden.

In dem Sinne – Habe die Ehre.

Manchmal ist man hinterher eben schlauer (Die Zweite)

Viele Dinge im Leben passieren mehr als einmal.
Ich ergänze mal meinen letzten Artikel mit einer ähnlichen Erfahrung aus einem anderen Gebiet.

MEIN OPEL.
Die Leute die mich kennen grinsen jetzt schon.
Ich habe einen Sintra. Das ist ein Opel der von 1996 bis 1999 gebaut wurde. Auf Basis des GM 200 SWB bodies der in USA als Chevrolet Venture, Pontiac Montana und Oldsmobile Silhouette lief. In Europa hiess der dann Pontiac (oder Chevy) Trans Sport um uns alle noch etwas mehr zu verwirren.

Mein Sintra #1 in KünzellIch habe meinen 2ten Sintra. Der Erste war ’98er in Bronze (sieht man nicht muss man wissen) und hatte den 2.2liter 4Zylinder Opel-Motor drin (X22XE).

Sintra #2Mein Neuer ist ein ’98er in Silber (das sieht man) und hat den V6 . Also auch nen Opel V6 (X30XE). 3l Hubraum. 200 Pferde. Leder, alles elektrisch, Schiebdach, 11,5l/100km… u.s.w. Ich liebe ihn.

Der Chevy hat zwar auch 6 Zylinder und 3.4l aber nur 180 PS…

Als ich ihn “neu” hatte wollte ich mal nach den Kerzen sehen. Ha ha ha ha ha. In die kurze Nase des Sintra passt ein Motor nicht längs rein, so wie er z.B. im Omega lebt. Und weil die Windschutzscheibe so weit nach vorne geht versteckt er quer eingebaut seine hintere Hälfte unter dem Scheibenwischegestänge. Ja und da ist auch noch ein Luftkanal der da hinten drauf liegt. Wie auch immer. 4 Kerzen hab ich raus bekommen und die von der hinteren Bank – an die ich ran kam – war voller Öl. also aussen. Kurze Recherche: Ventildeckeldichtung ist leck. Öl sifft mitten auf die hintere Bank. Kerze steht im Öl. Ist nicht schlimm muss aber repariert werden. OK also Dichtungen gekauft. Werkzeug gekauft. Wochenlang rumgezappelt und dann das Auto doch zum Schrauber der Vertrauens gebracht weil da war noch mehr im Argen. Zahnriemen war 116 000km alt (Wartungsintervall wurde von Opel von ursprünglich 120k auf 90k und dann auf 60k runtergesetzt wegen Motorschäden durch kaputte Zahnriemen). Kühlwassersystem war verstopft (keine Heizung im Winter – bibber) etc. Ca 1800€ später (incl. dem Material was ich selber bestellt habe) fuhr er wieder. Na ja und schon nach wenigen Tagen stellten sich die ersten Öltropfen auf meinem Hof ein. Kurze Sichtung (Auto auf Böcke gefahren. Mit Lampe und Unterlage unter dem Auto rumgerutscht) ergab dass die hintere Ventildeckeldichtung nun statt nach innen zu den Kerzen lieber nach aussen auf die Strasse siffte. Frage warum? Und was machen wir jetzt? Na ja wir bestellen eben jetzt doch einen neuen Ventildeckel (~160€ Original neues Opel Teil aus ebay statt über 200 beim FOH) incl. der Dichtungen für die hintere Bank die ich ja letztes mal auch getauscht habe.

Wir machen einen neuen Termin beim Schrauber des Vertrauens und fangen wieder von vorne an. Scheibenwischergestänge raus. Ansaugbrücke runter. Dazu diverse Schläuche und Rohre aus dem Weg etc.

Das ganze wird wieder Geld kosten und wäre auf zwei Weisen zu vermeiden gewesen.

  1. Alu Ventildeckel Opel Vectra B 2.5i V6 X25XE X25XEI i500 i30 Opel hätte von vorneherein wie bei den i-Modellen (also Irmscher) die Ventildeckel aus Alu machen können. Das wäre insbesondere bei dieser Einbaulage und der zusätzlichen thermischen Belastung durch den engen Einbauraum mit der fehlenden Durchlüftung sicher eine gute Idee gewesen.
  2. Ventildeckel OPEL SINTRA 3.0 24V X30XE incl. Dichtung Ich hätte in dem Moment als klar war, dass der Ventildeckel nicht perfekt plan ist. Also als ich ihn beim Einbauen der neuen Dichtung in der Hand hatte direkt STOP sagen können und einen oder sogar zwei neue Deckel (also vorne und hinten) bestellen können. Das hätte im Zusammenhang mit der letzten Reparatur den Bock auch nicht mehr fett gemacht. Am meisten ärgert mich allerdings, dass ich das an anderen Bauteilen im Rahmen der Reparatur genau so gemacht habe. Wasserpumpe (funkt noch aber kommt man schlecht dran -> neu), Thermostat (selbiges), Aggregateriemen (aka. Keilriemen) auch getauscht. Nur halt nicht beim Ventildeckel.

Ja und in dem Sinne sage ich jetzt nochmal:
Manchmal ist man hinterher eben schlauer

-wazumba

Manchmal ist man eben hinterher schlauer.

Ich bin vor einigen Jahren dienstlich recht munter durch die Weltgeschichte gereist. Türkei, Österreich, Ungarn, Slowakei, Slowenien, Belgien, Holland, Spanien, Italien, USA etc.
Und irgendwie bin ich zurecht gekommen. Manche Dinge kommen einem komisch vor

  • In Holland gabs zu den Sandwiches MILCH.
  • In der Türkei kam der Teaman und hat Tee und sonstige Erfrischungen gebracht.
  • Eines Tages mitten während der Workshop Woche in İstanbul kamen alle Leute mit Krawatten und langärmelig => Die Sommerzeit war zu Ende und es wurde intern per mail bekannt gegeben dass jetzt wieder formeller Dress erwartet wurde. Wir waren natürlich nicht auf dem Verteiler – peinlich.

Man hat Leute getroffen ein bischen Sightseeing gemacht und im grossen ganzen alles ganz gut hinbekommen.
Na ja und dann musste ich das erste mal nach Belarus. Und eigentlich dachte ich mir, dass soviel anders nicht sein kann.
Ja aber.
Das Essen schmeckt wie bei Muttern. Wenn die Mutter aus dem heutigen Kaliningrad kommt ist das ja rein geographisch gesehen auch recht wahrscheinlich.
Das Klima ist ähnlich wie bei uns. Bischen kälter vielleicht und etwas kontinentaler.
Aber dann wurde ich der Ehefrau des Teamleaders der kleinen Gruppe mit der ich arbeitete vorgestellt und bin natürlich wie ich so bin erstmal hin. Hand schütteln. Hallo sagen. Und ich merkte das war ihr unangenehm. Na ja. Bist halt der “Kunde” hier und daran liegts halt. Gedanken weggeschoben.
Und dann wurde mir die eine Coderin aus unserem Team vorgestellt. Die gab mir die Hand, senkte die Augen und das Gefühl war als hätte man was totes in der Hand. Sie sprach mich auch nicht direkt an sondern ihre – männlichen – Kollegen sprachen für Sie. Na ja alles hier ein bischen hierarchischer. Gedanken weggeschoben. Die können mal in der Moderne ankommen.
So hab ich mir das alles schön geredet. Hat mich doch keiner angesprochen oder getadelt.
Und dann sehe ich eine Fernsehsendung über die Fussball EM in der Ukraine und ein Reporter sagt: der Frau des Hauses gibt man hier nicht die Hand… und mir wurde ganz langsam alles klar. Bin dann ins Web und finde diese Site: Culture Crossing.
Und ich lese:

Belarus

Man greeting Woman – This depends on the relationship between the man and the woman. If they do not know each other, basically they do not touch. A handshake is possible but may be seen as strange by the woman.

Und um das ganze noch etwas schlimmer zu machen:

  • Avoid hard selling tactics and any sort of conflict or confrontation.
  • Important decisions can take a while but simple decisions should be made on the spot. It used to be that people would talk things to death and possibly even then never reach a decision, but it is becoming more straight forward now.
  • At the market and some stores it is possible to negotiate but basically the price is the price. This means that you can ask for more or less, but basically, asking for less money means humiliating the seller. This doesn’t mean this doesn’t happen, but it is offensive to bargain someone down without a real reason.

Ja und da ist es mir dann wie Schuppen von den Augen gefallen. Kurze Überrpüfung mit belarussischen Freunden (ja gibts ich darf da noch hin. So schlimm waren dann die Fettnäpfchen doch nicht) ergab: Stimmt alles soweit.

Und für die Zukunft habe ich mir jetzt vorgenommen solche Sachen VORHER zu lesen.

PS: Man könnte jetzt argumentieren: du bist der Kunde und dein soziales Verhalten sollte auch Berücksichtigung finden. Aber ich finde das stimmt so nicht weil ich bisher immer besser damit gefahren bin mich auf die Leute einzulassen. Dann hatten wir Erfolg – und hoffentlich in Zukunft noch mehr.

PPS: Ich bleibe meinen Eltern dankbar, dass sie mir beigebracht haben alles zu essen. Schweineohren (Belarus) sind eigentlich ganz OK. Wenn man sich mit dem Gedanken abgefunden hat. Und die Kollegen waren fast schon enttäuscht dass ich keine Reaktion gezeigt habe.